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Geschichte von Kirche und Kirchgemeinde

Bau der Kirche 1761

Die evangelisch reformierte Kirche in Oberrieden wurde 1761 errichtet. Der Bau einer eigenen Kirche war nach der Gründung einer Schule (1620) und der Erstellung einer Schiessanlage die dritte Phase in der Lostrennung der Wacht Oberrieden von Horgen zur selbständigen Gemeinde. Die Bevölkerungszunahme im 17. und 18. Jahrhundert liess die Platzverhältnisse in der Kirche Horgen zusehends prekärer werden. Der Wunsch der Oberriedner nach einer eigenen Kirche, mit der sich auch der weite Weg nach Horgen vermeiden liess, konnte dank dem Einsatz des ganzen Dorfes realisiert werden. Heinrich Züricher schenkte den Bauplatz, und als eine Sammlung einen zwar erheblichen, aber doch nicht ausreichenden Betrag ergab, verkaufte man das Wachtholz. Etwa 200 Männer leisteten freiwillig Frondienst. So war es möglich, den Bau in sehr kurzer Zeit zu vollenden. Der Vertrag mit dem bekannten Baumeister Hans Ulrich Grubenmann wurde im Dezember 1760 unterschrieben, und der erste Gottesdienst in der neuen Kirche konnte bereits nach weniger als einem Jahr, am 29. November 1761 durchgeführt werden.

Die Geschichte von Oberrieden und jene der evanglisch- reformierten Kirchgemeinde sind in zwei Büchern festgehalten (Walter R. Bernhard, Unser Oberrieden, 1973; Kirchenpflege Oberrieden (Hrsg.), Oberrieden Kirche und Dorf). Sie können bei der Politischen Gemeinde resp. beim Sekretariat der Kirchgemeinde bezogen werden.


Kirchgemeinde im Wandel

In einem 1967 verfassten Artikel - abgedruckt in "Oberrieden Kirche und Dorf" - schilderte Pfarrer Werner Gysel die damals feststellbaren Wandlungen: "Die Veränderung unserer Siedlung beruht vor allem auch auf der bunten Vielfalt der Menschen, welche hier nun für längere oder kürzere Zeit ihre Heimat finden. Menschen verschiedener Berufe, verschiedenster Glaubensweisen und verschiedenster nationaler Herkunft wohnen in unserem Dorf jetzt auf kleinem Raum zusammen. Die jahrhundertelange Stabilität ist durchbrochen.. . . Zu diesen äusseren Wandlungen sind innere Wandlungen des heutigen Menschen getreten, welcher sich Problemen gegenübergestellt findet, die zu bewältigen für ihn eine nicht leicht lösbare Aufgabe bedeutet. Von daher gesehen ist auch der Zusammenhalt der Kirchgemeinde nicht mehr selbstverständlich. Ist dies aber Grund zu Resignation? Ich meine, dass wir die äussere Situation der Gemeinde nicht ändern, wohl aber mithelfen können, dass in dieser schwierigeren äussern Situation Gemeinde immer wieder wird. Hier ist wohl die vornehmste Aufgabe unserer Kirchgemeinde zu sehen."
Diese Aufgabenstellung gilt auch noch nach vierzig Jahren für unsere Kirchgemeinde. Pfarrer, Kirchenpflege, angestellte und freiwillige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter versuchen denn auch
immer wieder aufs Neue und mit neuen Initiativen, diesem Auftrag gerecht zu werden und ihn in gemeinsamer Verantwortung zu erfüllen.


Kirchenrenovationen

1820 erste grosse Aussenrenovation: Kirche neu geweisselt, Streichen des Helms, neue Zifferblätter
1836 Neues Geläute
1842 Grosse Hauptreparatur: aussen grauer Besenwurf anstelle der geweisselten Mauern, innen werden die bisher rötlichen Stukkaturen weiss gestrichen.
1911 Umfassende Renovation: Neuer Turmeingang von der Westseite her, Erneuerung aller Böden und der gesamten Bestuhlung, neues Brusttäfer, Neugestaltung Empore (Treppe und Geländerabschluss)
1927 Renovation und Einbau einer Orgel im Chor
1960/61 Gesamtrenovation: Verlegung des Haupteinganges (Durchbruch durch Turm) und Zumauern des ostseitigen Zuganges, Kirche und Turm neu verputzt und gestrichen, Abbruch der seitlichen Anbauten neben dem Turm; Sanierung Stukkaturen und Innenanstrich, Erneuerung von Bestuhlung, Böden, Fenstern, Innenbeleuchtung und Heizung (elektrische Bankheizung), Tiefersetzung der Kanzel, Abbruch/Neuerstellung der Empore ohne stützende Säulen, Ersatz der Orgel im Chor durch neue Orgel auf der Empore.

2009

 

 

 

 

Gegen Ende 2006 wurde mit den Vorarbeiten für eine erneute Renovation begonnen. Nach intensiven Abklärungen (Benutzerwünsche, Zustand des Gebäudes und insbesondere der Stuckaturen) konnte der Gemeinde am 28. September 2008 das Renovationsprojekt in einer Urnenabstimmung zum Entscheid unterbreitet werden. Der Vorlage mit einem Bruttokredit von 2,5 Millionen Franken wurde mit überwältigendem Mehr zugestimmt. Die umfassende Renovation wurde zwischen Mitte Mai und Ende November 2009 durchgeführt. Am 6. Dezember fand der erste Gottesdienst in der renovierten Kirche statt. Das Hauptaugenmerk der Renovation lag auf der Erhaltung der Bausubstanz, der Restauration der jetzt wieder im original lachsfarbenen Ton gehaltenen Stuckaturen und des mit handgespaltenen Lärchenschindeln bedeckten Kirchturmdaches, dem Einbau eines Parkettbodens im Chor der Kirche sowie Anpassungen und Verbesserungen in der Gebäudetechnik (Heizung, Beleuchtung, Beschallung).


Zürcherhaus (Kirchgemeindehaus)

Im Zusammenhang mit der Gesamtrenovation der Kirche wurde 1961 das zwischen Kirche und Pfarrhaus gelegene Zürcherhaus (Kirchgemeindehaus) erstellt. Auf Grund des wachsenden Bedarfes an zusätzlichen Räumen und der anstehenden Sanierungsarbeiten wurde 2003 in einer Urnenabstimmung ein Neubau des Zürcherhauses beschlossen, der im August 2005 eingeweiht werden konnte.

Kontakt

Sekretariat
Evangelisch-Ref.
Kirchgemeinde
Alte Landstrasse 36a
8942 Oberrieden

Tel. 044 720 49 63
Fax 044 720 44 42

E-Mail 

Öffnungszeiten

Di. bis Fr.  09 - 11 Uhr resp.
Di. und Do. 09 - 11 Uhr
(während Schulferien)

Pfarramt

Berthold Haerter
Alte Landstr. 36
8942 Oberrieden
Tel. 044 720 00 41 

Sibylle Forrer
Dörflistrasse 5
8942 Oberrieden
Tel. 044 915 33 92


Gottesdienste

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