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Beide sind 1899/1900 erbaut worden und können als Zeugen für Wohnhäuser von Fabrikanten betrachtet werden. Ihr Bauherr war Alwin Schäppi-Wetli (1862 - 1915), der Sohn eines reichen Industriellen. Sein Vater war als Bauernsohn im Tischenloo aufgewachsen, hatte eine gründliche Ausbildung zum Kaufmann gemacht und wurde später Geschäftspatron des Seidenfabrikanten Joh. Näf in Thalwil. Nach dem Tode seines Vaters kehrte Alwin Schäppi mit Familie in seine Heimatgemeinde zurück und bezog die Villa "Schönfels". Seine Mutter, Pauline Schäppi-Näff, wohnte 1900 bis 1930 in der Nachbarvilla "Sonnenbühl", die auf der Horgnerseite liegt. Diese ging nach dem Hinschied der wohltätigen Frau in private Hände über. Alwin Schäppi diente, wie schon sein Vater, etliche Jahre der Allgemeinheit. Er war u.a. Kantonsrat und Oberriedner Gemeindepräsident. Aber er hatte seine bescheidenen Kräfte überschätzt und schied 1915 aus dem Leben. Die Villa "Schönfels" blieb noch bis 1974 im Besitze von Verwandten, dann wurde sie der Gemeinde Oberrieden verkauft. Seither wird das Gebäude genutzt für verschiedene Kurse und für den Unterricht der Musikschule. Zuoberst befindet sich die Abwartwohnung. Die Räume im Erdgeschoss samt Küche können für private Anlässe gemietet werden. Der Park und der Kinderspielplatz gegen die Bickelstrasse sind öffentlich. In den Jahren 1993/1994 ist die Villa in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege stilgerecht renoviert worden. Sie ist ein Schmuckstück unserer Gemeinde und gilt als kommunales Schutzobjekt.
Weitere hundert Meter seeaufwärts erreichen wir eine kleinere Anlage, in deren Südecke ein prächtiger Findling steht. Darauf ist eine Bronzetafel angebracht, die dem einst berühmten Piloten und Flugzeugbauer Alfred Comte (1895 bis 1965) gewidmet ist. Kurz nach der Seepolizei, noch vor der Yachtwerft Faul, fallen zwei moderne Bürogebäude mit halbrunden Dächern auf. Diese Bauten erheben sich an Stelle von zwei ehemaligen Hangars und einer Fabrik, in welcher Alfred Comte von 1923 bis 1935 Flugzeuge mit hervorragenden Flugeigenschaften herstellte. Leider ging die Firma in den berüchtigten Krisenjahren Konkurs, anschliessend kaufte die Motorradfabrik Universal AG die Liegenschaft. 1990 wurden die Altbauten abgebrochen, und der neue Besitzer, der Kanton Zürich, liess moderne Gebäude errichten.
Zwischen der Yachtwerft und den kantonalen Neubauten fliesst der Grenzbach in den See. Von hier aus steigen wir den Grenzweg hinauf in die Plattenstrasse und folgen dieser bis zur Einmündung in die Einsiedlerstrasse. Dort erblicken wir rechts ein auffälliges Haus, dessen Aussenwände grösstenteils aus rohem Holz bestehen. Es handelt sich um einen sogenannten Bohlenständerbau, der vor einigen Jahren mit Unterstützung der Denkmalpflege renoviert worden ist. Letztere liess das Alter des Holzes wissenschaftlich bestimmen, und dabei stellte sich heraus, dass wesentliche Teile davon aus den Jahren 1494/95 stammen! Im Keller stiess man sogar auf Balken, die zweihundert Jahre älter sind. Dieses Haus, das seit 150 Jahren der Familie Hotz gehört, ist nicht nur bezüglich Alter, sondern auch punkto Bausubstanz eine Rarität am Zürichsee.
Wir folgen von hier aus bergwärts dem Bleierweg und stossen im "Bleier" links und rechts der Strasse auf alte, zusammengebaute Bauernhäuser. Man nennt sie Flarzhäuser, ihr Fachwek ist z.T. wieder sichtbar gemacht worden; ihre Reihenfenster auf der Südseite lassen viel Licht in die Stuben. Oberhalb der Bahnüberführung liegt rechts an der Bleierstrasse ein prächtig renoviertes Weinbauernhaus mit Fallläden. Dazu gehört der Brunnen davor und das ehemalige Waschhäuschen bergseits. Das nächste Riegelhaus bei der Einmündung in die Püntstrasse weist auf der Seeseite eine gut restaurierte Front aus Bruchsteinen auf.
Von hier aus folgen wir der Dörflistrasse und gelangen ins "Dörfli", wo die Bergstrasse abzweigt. Genau hier liegt rechts von uns ein wunderschön angelegter Bauerngarten, dessen Bete von geschnitten Buchsbäumchen eingefasst sind. Er gehört der Familie Staub, die seit 1859 im Bestiz des dahinter liegenden stattlichen Bauernhauses "Zur Treu" ist. Dieser klassische Bauerngarten mit dem Blumengeschmückten Rondell in der Mitte ist selbst in Fachkreisen berühmt, und es lohnt sich von Zeit zu Zeit einen Blick hinein zu werfen.
Vom Dörfli aus wenden wir uns zurück und zweigen nach rechts ab in den ansteigenden Länzweg. Zuerst fällt uns linker Hand die grosse prächtig renovierte Gemeindescheune auf, und gleich daneben erhebt sich ein bescheidener und doch kaum übersehbarer Blockbau. Es handelt sich um einen der seltenen Speicher am Zürichsee, der auf seiner Südseite zwei Klebdächer und eine Aussentreppe aufweist. Im Giebelfeld ist mit grossen Zahlen das Baujahr eingekerbt: 1553! Eigentümerin dieser gut unterhaltenen Rarität ist die Gemeinde.
Vom Speicher aus steigen wir weiter den steilen Länzweg hinauf bis auf die Bergstrasse. Dieser folgen wir gegen Süden bis zu den Bänken. Unmittelbar darunter liegt an der Halde ein ziemlich grosses Sumpfgebiet, eben das "Laugerenried". Die Flurnamen "Ried" oder "Moos" kommen in unserer Gemeinde auffallend häufig vor. Sie haben unserem Dorf auch zum Namen verholfen, die älteste Schreibweise ist mit "Obern Rieden" nachgewiesen. Am seeseitigen Hang ist einzig das "Laugerenried" unverfälscht erhalten geblieben; allerdings muss es jeden Herbst wieder gemäht werden. Aber es lohnt sich, denn es gibt nicht nur vielen Tieren Unterschlupf, es enthält auch eine ganze Anzahl geschützter Pflanzen. Als besondere Rarität sei das fleischfressende Fettkraut erwähnt, dessen Blätter sich einrollen, wenn ein Insekt darauf kleben bleibt.
Obwohl die Bänke ob dem "Laugerenried" zum Verweilen einladen, wandern wir weiter bergan und erreichen bei der Strassenkurve ein ebenes "Bödeli". Hier befindet sich eine kleine Anlage mit Bänken und Tischen unter schattenspendenden Linden, selbst ein Brunnen und eine Feuerstelle sind vorhanden. Dieser Platz ist einer der schönsten Aussichtspunkte am ganzen Zürichsee, reicht doch der Blick von Zürich aus seeaufwärts bis zu den schneebedeckten Alpengipfeln. Ebenso grossartig ist aber die Geschichte dieser Anlage im "Aebnet"; sie ist nämlich das Geschenk unseres ehemaligen Milchhändlers, Heinrich Leuthold in der Pünt. Im Jahre 1980 liess er den Platz ausebnen und die ganze Anlage auf eigene Kosten erstelllen. Dann übergab er das fertige Werk in einer kleinen Feier den Behörden seiner Heimatgemeinde. Damit wollte "Milchheiri", wie er liebevoll genannt wurde, den unvergleichlichen Punkt erhalten und vor Überbauung bewahren. Auf dem Findling der als Brunnen gestaltet wurde, ist eine Bronzetafel zu Ehren des Stifters angebracht. Ein schöneres Denkmal kann man sich gar nicht vorstellen!
Er führt vom Friedhof aus durch die Wiesen hinauf zur ehemaligen "Lotterete". So nannte man früher die Wirtschaft zur Frohen Aussicht", die seit 1962 der Gemeinde gehört. Das Weglein existiert erst seit 1996 und bietet einen grossartigen Ausblick auf den Zürichsee und die Alpen.
ist etliche Jahre älter. Er folgt dem seeseitigen Waldrand und verbindet den Länzweg ob der Bergstrasse mit dem Schützenhaus im Neuforst. Er wird nicht allzu viel begangen, obwohl der Blick auf unser Dorf und die Zürichseelandschaft einzigartig ist.
Wenn wir nach rechts in die hintere Bergstrasse abbiegen, gelangen wir zum Aussichtspunkt "Förlibuck", wo wiederum Bänke zum Verweilen einladen. Die Orientierungstafel mit dem Panorama wurde von der Sparkasse Thalwil gestiftet. Unter uns liegt das Dorf, und nach einem abwechslungsreichen Rundgang machen wir uns auf den Heimweg.
