
Eine Handvoll Jugendlicher engagiert sich im Partnerschaftsaufbau mit Äthiopien
Anfangen eine Brücke zu bauen – dies ist ein starkes Bild und verlangt viel Einsatz und Ausdauer. Mit der Brücke gelingt es uns, Hindernisse zu überwinden und einen beidseitigen Austausch erst zu ermöglichen und hoffentlich anschliessend zu intensivieren. Rina und Peer Hanke, Zoe Steurer, Michelle Peyer, Tatjana Sasso, Ella Kaufmann und Femke Keller haben sich für zwei Tage zu den Hl. Drei Königen verwandelt, sind von Tür zu Tür gezogen und haben sich als Brückenbauer hin zu einer gerechteren Welt erwiesen. Zusammengekommen sind bei den beiden Gottesdienstkollekten, bei der Haussammlung und mit dem Beitrag der Kirchgemeinde und dem Austrageerlös der Weihnachtspost insgesamt 4ooo,oo CHF.
Die Sternsinger haben in diesem Jahr erstmals begonnen über die Stiftung Learning for Life eine Partnerschaft nach Äthiopien aufzubauen. Was sind die Hintergründe? Was bringt uns dieses Engagement? Und ist ein Erfolg überhaupt garantiert? Diese Fragen stellen sich uns und auch den Spendern.
An unserem Pfarreileben schätzen wir, die Pfarreiangelegenheiten und -entscheidungen selbst in der Hand zu haben. Die Konsequenz und Gefahr dabei ist, dass wir uns dabei zu sehr mit uns selbst beschäftigen und uns zunehmend auf unsere Angelegenheiten konzentrieren. Und daran ist auch nichts auszusetzen, solange es die eine Seite der Medaille bleibt. Auf der anderen Seite sollen wir immer wieder über unseren Tellerrand hinausschauen. Als Christen sind wir gerufen Anteil zu nehmen an den Sorgen, Ängsten und Nöten, aber auch an den Hoffnungen anderer Menschen, vor allem aber der Armen und bedrängten. Über zahlreiche Kollekten, die Unterstützung einzelner Hilfswerke durch die Pfarrei und auch von privater Seite versuchen wir Not zu lindern und solidarisch zu handeln. Eine Partnerschaft ergänzt diese Hilfsleistungen. Wir werden uns genauere mit der Stiftung Learning for Life auseinandersetzen und versuchen die politische, wirtschaftliche und soziale Situation in Äthiopien, besonders aber die unterschiedlichen kulturellen wie religiösen Bedingungen vor Ort, besser zu verstehen. Den eigenen Verständnishorizont erweitern zu können, das ist ein unschätzbarer Gewinn, den wir womöglich davon haben. Manchmal rückt die Beschäftigung mit den fundamentalen Problemen der Menschheitsfamilie unsere Optik auf unsere eigene Gemeinde auch zurecht. Dann können wir gelassen über unveränderbare Kleinigkeiten in unserer Pfarrei hinwegschauen und mehr Energie in die Herausforderungen der Zukunft investieren. Sich aber eben diesen Herausforderungen zu stellen, bedeutet auch immer ein Stück Wagnis. Da aber nur die Jugend eine Zukunft hat, die bereit ist eigene Visionen für die Welt von Morgen mit zu entwickeln, gibt es keine Alternativen dazu neue Wege zu wagen und Projekte mutig anzugehen.
Die drei Weisen aus dem Morgenland sind aufgebrochen, haben Grenzen überschritten und sich auf Ungewissheiten bei der Suche nach Bethlehem eingelassen. Ihr Mut und ihre Hoffnungen haben sie auf ihrem Weg begleitet und getragen. Die Herausforderungen denen sich unsere Sternsinger stellen, sind nicht einfach. Aus den vielfältigen Aktivitäten und Wirkbereichen von Learning for Life müssen sie eine Auswahl treffen. Sie können nur wenige konkrete Projekte unterstützen und dürfen sich entscheiden, wofür sie die gesammelten Spenden einsetzen möchten. Sie könnten damit einerseits Jugendlichen eine Berufsausbildung ermöglichen oder ein Studium am College, andererseits aber auch die hygienische Erziehung und medizinische Betreuung in Supe fördern. Zur angestrebten Partnerschaft gehört aber auch die Rückmeldung aus Äthiopien. Was bewirken die gesammelten Spenden vor Ort? Was kann über die Ausbildung der Jugendlichen vor Ort berichtet werden und wo braucht es verstärktes mittelfristiges Engagement? Anstelle in einen grossen Topf eines Hilfswerkes zu fliessen, sollen die konkreten Hilfen persönliche Gesichter und Namen bekommen.
Wenn wir ihr Interesse geweckt haben und ihnen die Hl. Drei Könige auch Mut gemacht haben, dann machen auch Sie sich auf den Weg und informieren Sie sich gerne auf www.learningforlife.ch. Wenn Sie sich gerne am Aufbau der Partnerschaft beteiligen wollen oder in einen konstruktiven Dialog einbringen können, so zögern Sie nicht uns zu kontaktieren: florian.rueckel@hlchruez.ch.
Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen bedanken, die die Aussendung der Sternsinger begleitet und das Engagement unserer Jugendlichen durch Spenden honoriert haben.
Florian Rückel, für die Basisgruppe Kinder und Jugend der Pfarrei Hl. Chrüz