
Um was geht es eigentlich?
Zuerst einmal geht es um dich! Das Firmprojekt soll dir Gelegenheit bieten, dich mit dir und deinem Leben auseinander zu setzen.
Wieso soll ich mich firmen lassen, ich bin doch getauft!?
Eine berechtigte Frage. Ganz früher, als nur Erwachsene und Jugendliche in die Kirche aufgenommen worden sind, war Taufe-Kommunion-Firmung eine Feier. Mit der Zeit gab es immer mehr Kinder von christlichen Eltern. Diese wurden als Babys getauft und mit Kommunion und Firmung dann später schrittweise aufgenommen. So ist es noch heute.
Weshalb ist die Firmung jetzt erst mit 18 oder später?
In der Firmung geht es um die selbständige Bestätigung der Taufe. Wir sind als Pfarrei der Überzeugung, dass Firmung als "Sakrament der Mündigkeit" für eine/n 18jährige/n richtiger ist als für eine/n 6.-Klässler/in.
Was ist ein Sakrament?
Ein Sakrament ist ein feierliches Zeichen. Eine symbolische Handlung, die etwas verdeutlicht und zum Ausdruck bringt, das schon da ist. Ein Sakrament will das Gute im Menschen verstärken. Bei der Firmung zum Beispiel die Zusage, dass Gott jeden Menschen so nimmt, wie er/sie ist und ihm/ihr Lebenskraft geben will.
Was hat eigentlich die Taube mit Firmung zu tun?
Die Taube ist das Symbol für Gottes Geistkraft, die Leben schenkt. In der Firmung geht es um den Zuspruch dieser Kraft für dein Leben. Deshalb taucht die Taube im Zusammenhang mit Firmung immer wieder auf. Das Gleiche gilt auch für das Symbol "Feuer".
Was bedeutet eigentlich "Gefirmt-Sein"?
"Gefirmt-Sein" heisst, meine Welt und Umwelt verantwortungsvoll mitgestalten.
Kann ich auch kirchlich heiraten, wenn ich nicht gefirmt bin?
Ja, allerdings ist es etwas widersprüchlich, wenn du das eine kirchliche Zeichen (Firmung) ausdrücklich nicht feierst, das andere (Hochzeit) aber dann doch.
Was muss ich dafür tun, um gefirmt werden zu können?
Eigentlich musst du für kein Sakrament etwas tun. Das gibt's geschenkt! Und trotzdem stellen wir gewisse Bedingungen für die Zulassung zur Firmung. Das hat damit zu tun, dass wir überzeugt sind, dass eine Auseinandersetzung mit Themen rund um Firmung und die eigene Lebensgestaltung wichtig ist. Diese Auseinandersetzung ist ein wichtiger Teil des Firmwegs.
Was braucht es, damit ich gefirmt werden kann?
Wer sich firmen lassen will...
Was ist ein "Chilepraktikum"?
Wir gehen davon aus, dass Christsein und Kirche nicht nur aus Worten, sondern auch aus Taten besteht. Deshalb wird im Rahmen des Firmkurses das "Engagement für andere" zum Thema.
Du weisst nicht so recht, was das mit Kirche zu tun haben soll? Dann hast du die Möglichkeit, im Rahmen eines "Chilepraktikums" solche Erfahrungen zu machen.
Brauche ich auch bei der Firmung 18+ einen Firmgötti oder eine Firmgotte?
Ja, bei der Firmung spielt der Aspekt der Gemeinschaft eine wichtige Rolle. Es macht Sinn, dass eine dir vertraute Person dich auf dem Weg begleitet und quasi als Gewährsmann oder -frau für dich einsteht.
Was ist, wenn ich mich dieses Jahr nicht firmen lasse?
"18plus" heisst, ab 18 Jahren, dann, wenn der/die einzelne sich dafür entscheidet. Das heisst, dass du dich auch zu einem späteren Zeitpunkt zur Firmung anmelden kannst.
Was habe ich von dem ganzen Firmprojekt?
Das kannst du herausfinden, indem du den Sprung wagst.
Letztlich entscheidest du, was du aus dem Angebot machst.
Noch mehr Fragen? Dann maile mir doch!
Ich freue mich auf Dich!
Dein Firmbegleiter:
Florian Rückel
Erwartungsvoll und gespannt versammelten wir uns am Samstag, den 16. Juli 2011, am Flughafen in Zürich, um mit unseren zwei Begleitpersonen Toni und Gabi Holzgang die Firmreise anzutreten. Die Destination – Krakau, die zweitgrösste Stadt Polens – für alle von uns, bis auf Toni, eine grosse Unbekannte. Angekommen stellten wir schnell fest, dass es sich um eine äusserst schöne, charmante und abwechslungsreiche, jedoch nicht sehr moderne Stadt handelte. Der Flughafenbahnhof glich nämlich eher einem schlecht unterhaltenen Provinzbahnhof. Nachdem wir uns dann mit allerlei Lebensmitteln für die nächsten Tage eingedeckt hatten, erreichten wir unsere rund eine Busviertelstunde vom Zentrum entfernte Unterkunft. Diese war – wie wir selbst auch – relativ unkompliziert, doch für eine Woche liess es sich dort gut leben und kochen (jedoch keine anspruchsvolleren Gerichte als Spaghetti mit Sauce!). Bei weitem abwechslungsreicher als unsere Nachtessen war das gut dosierte und ausgewählte Programm von Toni, der uns die verschiedenen Sehenswürdigkeiten und vielseitigen Stadtviertel Krakaus näher brachte. So besichtigten wir den berühmten Wawel – das Staatsheiligtum Polens – verschiedenste Kirchen (Marienkirche), die bekannten jüdischen Viertel mit ihren Synagogen und Friedhöfen, die Oskar Schindler-Fabrik und natürlich auch die sehenswerte Altstadt mit ihren zahlreichen Märkten und Tuchhallen. Ebenso machten wir die eine oder andere amüsante Erfahrung mit den Strassenkünstlern, mit denen wir uns für ganze fünf Rappen die längste Zeit fotografieren lassen durften, oder mit anderen deutschsprachigen Schülern, die sich im Bus so lange berieten, wie sie Flo heimlich fotografieren könnten, bis sie schliesslich merkten, dass auch wir der deutschen Sprache mächtig waren. Ich sage nur: „Ohhh, wie unangenehm J“.
Als Kontrast zu Krakaus Schönheit stand schliesslich auch der Ausflug ins rund 40km (in Polen = 2 Bahnstunden) entfernte Auschwitz an, wo wir den wohl eindrücklichsten Tag im ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager erlebten. Die immense Grausamkeit, die vor gerade mal 70 Jahren herrschte, wurde uns vor Augen geführt und vermittelte uns einen bleibenden Eindruck. Neben diesen grauenvollen Begebenheiten von Auschwitz gehörte jedoch auch ein Ausflug zur Salzmine Wieliczka zum Programm. Eindrücklich erfuhren wir, wie das „weisse Gold“ seit vielen Jahrhunderten dort abgebaut wird. So abwechslungsreich und eindrücklich die Woche für uns war, so schnell verging sie auch. Am Freitag, den 22. Juli 2011, stand uns nämlich bereits wieder die Heimreise bevor, die wir voller Eindrücke und Erlebnisse antraten.
Jonas Bächinger, 24.7.11
Nachtrag Toni Gerarts: Danke euch Allen für eine wunderschöne und gelungene Firmreise 2011!!